Kennzahlen des Berichtsmonats Februar 2026 · amtliche Werte (Destatis, BA, EZB, Eurostat), nachträglich ergänzt
Zwischen Februar und März 2026 hat sich ein geopolitischer Konflikt zu einem globalen Risikofaktor entwickelt: der Krieg zwischen Iran, Israel und ihren Verbündeten. Was zunächst als regionaler Schlagabtausch begann, hat binnen weniger Wochen die internationalen Energie- und Finanzmärkte erschüttert.
Für Deutschland bedeutet der Konflikt vor allem eines: steigende Energiepreise, neue Unsicherheit für Industrie und Handel – und eine verschärfte politische Debatte über Europas strategische Rolle. Auslöser der aktuellen Eskalation waren militärische Angriffe der USA und Israels auf iranische Ziele Ende Februar 2026, bei denen auch zentrale politische Führungsfiguren des iranischen Regimes getötet wurden. Iran reagierte mit Angriffen auf Militärbasen und einer Blockade des Straßes von Hormus, einer der wichtigsten Energie-Transitrouten der Welt. Diese Meerenge ist der zentrale Engpass der globalen Energieversorgung: Rund 20 % des weltweit gehandelten Öls und große Mengen Flüssiggas passieren normalerweise täglich diese Passage. Durch militärische Drohungen und Angriffe brach der Tankerverkehr nahezu vollständig ein.
Die Folgen für die Weltmärkte ließen nicht lange auf sich warten.
Die Energiepreise reagierten unmittelbar auf die Eskalation. Brent-Rohöl überschritt zeitweise die Marke von 100 Dollar pro Barrel, nachdem zuvor mehrere Förder- und Exportanlagen im Nahen Osten ihre Produktion reduzieren mussten. Auch Europa spürt den Druck: Die europäischen Gaspreise sind seit Beginn der Krise um rund 60 % gestiegen, weil LNG-Lieferungen aus dem Golf unsicherer geworden sind, jedoch weit von dem Preissprung 2022 entfernt. Damit droht der Konflikt genau jene wirtschaftliche Erholung zu gefährden, die sich nach den Rezessionsjahren in Europa gerade erst abzeichnete. Ein länger anhaltender Krieg könnte laut Ökonomen eine neue Inflationswelle auslösen und die Zinssenkungspläne der Zentralbanken verzögern.
Deutschland ist zwar heute weniger direkt vom Nahost-Öl abhängig als noch vor Jahrzehnten, bleibt jedoch stark von globalen Energiepreisen abhängig. Ein deutlicher Ölpreisanstieg könnte die deutsche Wirtschaft bis zu 40 Milliarden Euro kosten und das Wachstum spürbar dämpfen. Steigende Energiepreise treffen vor allem die Industrie: Chemie, Metallverarbeitung, Maschinenbau und Logistik reagieren sensibel auf Energie- und Transportkosten. Gleichzeitig erhöhen sich Produktionskosten entlang vieler globaler Lieferketten.
Hinzu kommt ein zweiter Effekt: Unsicherheit. Unternehmen verschieben Investitionen, während Kapitalmärkte auf geopolitische Risiken reagieren. Europäische Börsen reagierten bereits mit Kursverlusten, während Rüstungs- und Energieunternehmen zulegten – ein klassisches Muster in Zeiten internationaler Krisen.
Deutschland steht damit erneut vor einer Situation, die es bereits aus dem Ukrainekrieg kennt: Ein Konflikt außerhalb Europas entfaltet massive wirtschaftliche Rückwirkungen auf den Kontinent, und es heißt weiterhin: Strategische Resilienz & precision globalization.
„In Zeiten großer Unsicherheit zeigt sich, wer Verantwortung zu übernehmen bereit ist.“
Angela Merkel
Politisch offenbart der Iran-Krieg ein strukturelles Problem Europas. Die militärische Eskalation wurde primär von den USA und Israel ausgelöst, während europäische Staaten weitgehend Zuschauer bleiben. Analysten sprechen davon, dass Europa in dieser Krise „am Rand des Geschehens“ steht – betroffen von den Folgen, aber kaum in die Entscheidungen eingebunden.
Für Deutschland entsteht daraus ein strategisches Spannungsfeld:
Transatlantische Loyalität gegenüber den USA
Sicherheitsinteressen Israels
eigene wirtschaftliche und energiepolitische Stabilität
Gleichzeitig wächst der Druck, die Energieversorgung weiter zu diversifizieren und geopolitische Abhängigkeiten zu reduzieren. Die Krise beschleunigt damit eine Debatte, die bereits seit dem Ukrainekrieg geführt wird: Wie souverän kann Europa wirtschaftlich und sicherheitspolitisch agieren?
Bis zum nächsten Update wünschen wir allen Lesern eine gute Zeit und freuen uns sehr, dass wir vom Focus-Online als Top-Personalberater 2026 ausgezeichnet worden sind.
Notable Changes
Wechsel in den Chefetagen im Berichtszeitraum.
Belen Garijo
derzeit noch Vorsitzende der Geschäftsleitung der Merck KGaA in Darmstadt wird neue Chief Executive Officer (CEO) des französischen Pharmakonzerns Sanofi, verkündet am 12. Februar 2026. Sie tritt im April die Nachfolge von Paul Hudson an, der nach enttäuschenden Ergebnissen und einem stockenden Konzernumbau von seinem Posten abgelöst wurde.
Thomas Saueressig
wird Mitglied des Vorstands der SAP SE (Walldorf) als Chief Customer Officer. Er übernimmt die Leitung des neu geschaffenen Vorstandsbereichs „Customer Value Group“ und tritt die Rolle zum 1. April 2026 an.
Martin Biegel
wird Finanzvorstand und Chief Operating Officer (CFO/COO) bei der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Grant Thornton Deutschland (Düsseldorf). Die Doppelfunktion wurde im Zuge einer Neuaufstellung der Führungsstruktur neu geschaffen. Amtsantritt im Februar 2026.
Michael Hessing
wird Finanzvorstand (CFO) der KPS AG (Unterföhring). Er verstärkt den Vorstand des Beratungshauses als ausgewiesener Finanzexperte. Das Amt tritt er zum 15. Februar 2026 an.
Marc Wilczek
wird Chief Executive Officer des Cloud-Anbieters Plusserver GmbH (Köln). Der IT-Manager übernimmt die Unternehmensführung im Rahmen einer Management-Neuausrichtung zum 1. März 2026.
Claudia Süssenbacher
wird Vorstandsmitglied der BayernLB (München) als Chief Risk Officer (Risikovorständin). Die promovierte Risikomanagerin übernimmt die Verantwortung für das Risikomanagement der Landesbank. Bestellung durch den Aufsichtsrat am 4. März 2026.
Remko Rijnders
wird neuer Vorstandsvorsitzender (CEO) der Ceconomy AG (Düsseldorf). Er soll den bisherigen CEO Kai-Ulrich Deissner beerben, der aus persönlichen Gründen zurücktritt. Verkündet am 6. März 2026.
Economy & Politics
Die wirtschaftliche Lage in Deutschland bleibt zwischen dem 10. Februar und dem 11. März 2026 von vorsichtiger Stabilisierung, aber auch zunehmender geopolitischer Unsicherheit geprägt. Der private Konsum zeigt erste Anzeichen einer Erholung, bleibt jedoch verhalten. Laut aktuellen Handelsdaten verzeichnete der Einzelhandel im Februar ein leichtes Umsatzplus gegenüber dem Jahresbeginn. Dennoch bleiben viele Haushalte zurückhaltend bei größeren Anschaffungen.
Trotz steigender Reallöhne wirkt die Kaufzurückhaltung nach den Inflationsjahren weiterhin nach, während eine vergleichsweise hohe Sparquote die Konsumdynamik dämpft. Besonders deutlich zeigt sich die Zurückhaltung im Dienstleistungssektor. Gastronomie und Freizeitwirtschaft berichten zwar von einer stabileren Nachfrage als im Vorjahr, doch bleibt das Ausgabeverhalten vieler Verbraucher vorsichtig. Steigende Lebenshaltungskosten der vergangenen Jahre wirken noch nach, während Haushalte weiterhin ihre finanzielle Resilienz stärken wollen.
Die Bauwirtschaft bleibt weiterhin einer der schwächsten Bereiche der deutschen Wirtschaft. Zwar hat die Bundesregierung Anfang Februar zusätzliche Förderprogramme zur Unterstützung des Wohnungsbaus angekündigt, doch bleibt die Zahl der Baugenehmigungen deutlich unter dem Niveau der Vorjahre. Hohe Baukosten, gestiegene Finanzierungskosten der vergangenen Jahre sowie regulatorische Anforderungen sorgen weiterhin für Zurückhaltung bei Investoren. Besonders im privaten Wohnungsbau verschieben viele Projekte ihre Umsetzung. Im Industriesektor zeigt sich hingegen ein leicht verbessertes Stimmungsbild. Die Produktion stabilisierte sich zuletzt in Teilen des Maschinenbaus und der Chemieindustrie, nachdem mehrere Monate mit rückläufiger Aktivität verzeichnet worden waren. Dennoch bleibt die Exportnachfrage gedämpft. Insbesondere aus China und Teilen Asiens gingen weniger neue Aufträge ein, während der Handel mit europäischen Partnern moderat zunahm. Die deutsche Industrie bleibt damit stark von globalen Konjunkturschwankungen abhängig.
Die Preisentwicklung hat sich im Vergleich zu den Vorjahren deutlich beruhigt. Die Inflationsrate im Euroraum lag im Februar 2026 bei rund 1,9 % und damit nahe dem Zielwert der Europäischen Zentralbank. Während Energiepreise weiterhin stabil blieben, verzeichneten Dienstleistungen und Versicherungsleistungen noch überdurchschnittliche Preissteigerungen. Die Kerninflation bewegte sich weiterhin leicht über der Gesamtinflation. Die Europäische Zentralbank bestätigte Anfang März ihren Leitzins von rund 2 % und signalisierte weiterhin eine abwartende Haltung. Nach der Phase rascher Zinserhöhungen der vergangenen Jahre steht nun Stabilität im Vordergrund. Für Unternehmen bedeutet dies eine gewisse Planungssicherheit bei Finanzierungskosten. Dennoch bleibt die Kreditvergabe im Mittelstand verhalten. Viele Unternehmen priorisieren weiterhin Liquiditätssicherung und Risikomanagement, statt größere Investitionsprogramme zu starten.
Auf politischer Ebene prägen mehrere Themen die wirtschaftliche Debatte. Der im Februar diskutierte Haushaltsrahmen der Bundesregierung sieht weiterhin hohe Investitionen in Infrastruktur, Digitalisierung und Energieversorgung vor, steht jedoch im Spannungsfeld mit der Schuldenbremse. Gleichzeitig fordert die Wirtschaft verstärkt strukturelle Reformen, um Wettbewerbsfähigkeit und Investitionsdynamik zu stärken. Parallel dazu erhöhen geopolitische Entwicklungen den wirtschaftlichen Unsicherheitsfaktor. Die Eskalation im Nahen Osten und Spannungen im Energiesektor sorgen erneut für Nervosität an den Rohstoffmärkten. Zwar ist Deutschland heute weniger abhängig von einzelnen Energielieferanten als noch vor wenigen Jahren, doch bleiben globale Energiepreise ein entscheidender Faktor für Industrie und Transportwirtschaft.
Auch regulatorisch stehen viele Unternehmen vor neuen Herausforderungen. Seit Anfang Februar greifen auf EU-Ebene weitere Berichtspflichten im Rahmen der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD). Damit müssen zunehmend auch mittelständische Unternehmen detaillierte Nachhaltigkeits- und ESG-Daten offenlegen. Für viele Betriebe bedeutet dies zusätzliche organisatorische und strategische Anpassungen. Deutschland befindet sich damit Anfang 2026 in einer Phase vorsichtiger wirtschaftlicher Stabilisierung, die jedoch von strukturellen Herausforderungen begleitet wird. Schwache Bauinvestitionen, zurückhaltender Konsum und geopolitische Risiken stehen einer moderaten Erholung in Industrie und Arbeitsmarkt gegenüber. Entscheidend für die kommenden Monate wird sein, ob Investitionen, Reformen und technologische Innovation tatsächlich zu einer nachhaltigen wirtschaftlichen Dynamik führen.
Executive Search Background
Was die Lage für Besetzungen auf Führungsebene bedeutet.
- Trend zur Doppelspitze auf dem C-Level: Führungsverantwortung: CFOs werden durch CCOs (Chief Controlling Officers) ergänzt, CTOs durch CDOs (Chief Digital Officers). Ziel ist eine stärkere Spezialisierung und Risikostreuung im oberen Management.
- Rückkehr erfahrener CEOs in operative Rollen: Angesichts steigender Unsicherheit holen Konzerne vermehrt ehemalige Top-Manager zurück. „Comebacks“ erfahrener Ex-CEOs gelten als verlässlicher Anker in Umbruchphasen – besonders in der Industrie und Energiebranche.
- Externe HR-Direktoren im Aufwind: Unternehmen besetzen HR-Vorstandsposten zunehmend mit externen Kandidat:innen, bevorzugt aus Tech- und Beratungsumfeldern. Gesucht wird moderne People-Expertise statt traditioneller Personalverwaltung – ein Paradigmenwechsel auf oberster Ebene.
- Kompetenz an Resilienz-Ziele geknüpft: Boni für Vorstände werden 2026 vermehrt an Resilienzkennzahlen gekoppelt, etwa Krisenfestigkeit, Cybersicherheit oder Lieferkettenstabilität. Klassische Umsatz- oder EBIT-Ziele verlieren an Priorität im Anreizsystem.
- Reputations-Check als Auswahlkriterium: Kandidaten werden stärker auf Social-Media-Verhalten, ESG-Kontroversen und kulturelle Anschlussfähigkeit geprüft – Reputation wird zur harten Währung.
- Deutsche Mittelständler mit internationalem C-Level: Immer mehr Hidden Champions besetzen erstmals Vorstandsposten mit internationalen Kandidat:innen. Der Fachkräftemangel zwingt zur Öffnung – zugleich steigt die Offenheit für global geprägte Führungspersönlichkeiten.
- Corporate-Governance Profile gefragt: Kandidaten mit Erfahrung in Compliance, Aufsichtsräten oder Governance-Strukturen sind besonders begehrt. Hintergrund ist die zunehmende Regulierungsdichte und die Verschärfung von Berichtspflichten durch EU-Vorgaben.
- Karrierewege über Nachhaltigkeitsfunktionen: Sustainability-Officer steigen zunehmend in operative C-Level-Positionen auf. Der Nachweis von ESG-Exzellenz avanciert zum Karrierebooster – besonders in stark regulierten Branchen wie Finanz, Energie und Chemie.
- Vermehrt Führungswechsel bei kommunalen Unternehmen: Auch im öffentlichen Sektor ist eine neue Dynamik zu spüren: Die Zahl der Wechsel in Geschäftsführungen städtischer Betriebe (ÖPNV, Stadtwerke, Wohnungsbau) steigt. Gründe sind Altersabgänge, politische Rotation und Professionalisierung.
- Steigende Nachfrage nach Interim-CxO: Interim-Manager:innen übernehmen häufiger komplette Transformations-projekte auf Vorstandsebene. Besonders gefragt sind C-Level-Profile mit Erfahrung in IT-Modernisierung, Post-Merger-Integration und Standortverlagerung.