Kennzahlen des Berichtsmonats April 2025 · amtliche Werte (Destatis, BA, EZB, Eurostat), nachträglich ergänzt
Mit großer Freude senden wir heute die erste Ausgabe unseres neuen, ab sofort monatlich erscheinenden Newsletters. Darin geben wir einen kompakten Abriss zur wirtschaftlich-politischen Lage in Deutschland und berichten über die wichtigsten personellen Veränderungen in den Chefetagen deutscher Unternehmen. Kurz, pointiert – und mit dem nötigen Augenzwinkern.
Die Bundestagswahl vom 23. Februar 2025 hat das politische Berlin kräftig durchgeschüttelt. Die CDU/CSU wurde mit 28,6 % der Stimmen stärkste Kraft, während die AfD mit 20,8 % ein Rekordergebnis erzielte – insbesondere in Ostdeutschland. Die SPD stürzte auf 16,4 % ab, die Grünen kamen auf 11,6 %, und die FDP verpasste den Einzug in den Bundestag.
Nach wochenlangen Koalitionsverhandlungen einigten sich CDU, CSU und SPD auf eine schwarz-rote Koalition. Die CSU hat den Koalitionsvertrag bereits gebilligt, die CDU entscheidet am 28. April, und die SPD führt bis zum 29. April eine Mitgliederbefragung durch. Die Wahl von Friedrich Merz zum Bundeskanzler ist für den 6. Mai geplant.
Der Koalitionsvertrag sieht unter anderem eine Begrenzung der Migration auf unter 100.000 Asylbewerber pro Jahr, eine Erhöhung des Mindestlohns auf 15 Euro und Investitionen in Digitalisierung und Verteidigung vor. Allerdings kündigte CDU-Verhandlungsführer Thorsten Frei bereits „unangenehme“ Einschnitte im Sozialsystem an, insbesondere bei Gesundheit, Pflege und Rente.
Die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt. Laut einer Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft planen rund ein Drittel der Unternehmen Stellenabbau, insbesondere in der Industrie. Zudem wird ein Anstieg der Sozialabgaben auf über 50 % bis 2035 prognostiziert, was die wirtschaftliche Erholung weiter erschwert.
Inmitten dieser Herausforderungen gab es auch bedeutende personelle Veränderungen in den Führungsetagen der deutschen Wirtschaft. Seit dem 1. Januar 2025 steht Stephan Leithner an der Spitze der Deutschen Börse AG. Mit seiner Erfahrung aus früheren Positionen bei der Deutschen Bank und dem Finanzinvestor EQT bringt Leithner frischen Wind in das Unternehmen. In seiner Antrittsrede betonte er:
“In Zeiten des Wandels ist es unsere Aufgabe, Stabilität zu bieten und gleichzeitig Innovationen voranzutreiben.“
Es bleibt zu hoffen, dass die neue Regierung diesen Leitsatz beherzigt – und endlich beginnt, den Staub der letzten Legislatur abzuschütteln. Oder wie es Ludwig Erhard einst formulierte:
“Wohlstand für alle ist kein Geschenk, sondern das Ergebnis harter Arbeit.“
Bis zum nächsten Monat – mit frischem Blick auf Märkte, Macht und Manager.
Nota Bene: Seit gestern ist auch unsere neue Website online. Wir freuen uns auf jeden Besucher.
Notable Changes
Wechsel in den Chefetagen im Berichtszeitraum.
Jan Lüder
Ernennung zum Präsidenten und CEO von Voith Hydro sowie Mitglied des Konzernvorstands der Voith Group mit Wirkung zum 1. April 2025. Lüder war zuvor bei Sulzer AG tätig und bringt umfassende internationale Managementerfahrung mit.
Paul Hitchin
Ernennung zum CFO der Evotec SE mit Wirkung zum 1. März 2025. Hitchin folgt auf Laetitia Rouxel, die zum 28. Februar 2025 zurückgetreten ist.
Bernd Montag
Verlängerung als CEO von Siemens Healthineers im März 2025 bis mindestens 2029. Kein Wechsel, aber relevante personelle Weichenstellung auf Top-Level.
Dr. Uwe Boltersdorf
Berufung in den Vorstand der CropEnergies AG zum 1. April 2025. Ab dem 1. Mai 2025 übernimmt er die Rolle des COO von Jürgen Böttcher.
Andreas Weishaar
Bestätigung als CEO der TAKKT AG am 3. Dezember 2024, nach Interim-Phase seit August 2024. Er führt das Unternehmen offiziell ab 2025.
Stephan Leithner
Übernahme des Vorstandsvorsitzes der Deutschen Börse AG zum 1. Januar 2025.
Economy & Politics
Im ersten Quartal 2025 befindet sich die deutsche Volkswirtschaft weiterhin in einem schwierigen Fahrwasser. Zwar liegen die endgültigen Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) noch nicht vor, doch vorläufige Indikatoren deuten auf eine stagnierende oder gar leicht rückläufige Entwicklung hin – nach einem bereits negativen vierten Quartal 2024 mit einem Rückgang von 0,2 %. Damit verdichten sich die Anzeichen für eine technische Rezession.
Die Inflationsrate zeigte im März 2025 mit 2,2 % im Vergleich zum Vorjahresmonat eine leichte Entspannung, blieb jedoch über dem angestrebten Ziel der Europäischen Zentralbank. Zugleich stiegen die Importpreise im Februar um 3,6 %, was auf mögliche zukünftige Preisimpulse hindeutet. Im verarbeitenden Gewerbe wurde im Januar 2025 ein Produktionsplus von 2,6 % verzeichnet – insbesondere bei Vorleistungsgütern –, während die Auftragseingänge im Februar stagnierten, was auf anhaltende Investitionszurückhaltung hindeutet.
Im Einzelhandel konnte im Februar ein leichtes Umsatzwachstum von 0,8 % zum Vormonat beobachtet werden, doch die Konsumfreude bleibt angesichts unsicherer Rahmenbedingungen und einer erhöhten Sparneigung gedämpft. Auch im Außenhandel gibt es widersprüchliche Signale: Die Exporte stiegen im Februar zwar um 1,8 %, doch für das Gesamtjahr 2025 rechnet die Bundesregierung mit einem leichten Rückgang um 0,3 %, ausgelöst durch geopolitische Spannungen und zunehmende Handelsbarrieren.
Der Arbeitsmarkt zeigt ebenfalls Schwächen. Die Zahl der Arbeitslosen stieg im März auf 2,92 Millionen – ein Zehnjahreshoch –, was die angespannte wirtschaftliche Lage zusätzlich unterstreicht. Politisch wurde die Situation durch die Bundestagswahl am 23. Februar 2025 nicht beruhigt: Nach dem Zerfall der alten Koalition im Herbst 2024 dauern die Koalitionsverhandlungen weiterhin an. Die daraus resultierende Unsicherheit wirkt sich spürbar auf die Investitions- und Konsumlaune aus.
Insgesamt zeichnet sich ein durchwachsenes erstes Quartal 2025 ab – geprägt von Strukturproblemen, politischer Instabilität und externer Unsicherheit. Die wirtschaftliche Erholung bleibt fragil.
Executive Search Background
Was die Lage für Besetzungen auf Führungsebene bedeutet.
- Wechselwelle Q2: Immer mehr CFOs in DAX/MDAX-Unternehmen planen bis Jahresende den Wechsel – antizipieren Sie Ihre Nachfolge frühzeitig.
- Top 3 Kompetenzen gesucht: Digitaler Umbau, Resilienzführung & ESG-Verankerung dominieren derzeit alle C-Level-Ausschreibungen.
- Time-to-Hire steigt: Die durchschnittliche Besetzungsdauer für CEO-Rollen liegt aktuell bei 6,5 Monaten – das sind 12 % mehr als im Vorjahr.
- Kandidat:innen-Markt kippt: High Potentials sind wechselwilliger, aber fordernder – flexible Arbeitsmodelle und Werteorientierung zählen mehr als Gehalt.
- Branchen-Fokus April: Besonders gefragt: Transformationsexperten für die Industrie 4.0, speziell im Maschinenbau & Automotive-Zulieferumfeld.
- Vorstandsvergütung 2025: Erste Zahlen zeigen: variable Anteile sinken, Fixgehälter steigen leicht – Sicherheit schlägt Risiko.
- Diversity-Quoten unter Druck: Viele börsennotierte Unternehmen erreichen die Zielgrößen für Frauen in Führung nicht – erste Klagen denkbar.
- Krisen-Leadership gefragt: Kandidaten mit Erfahrung aus Restrukturierung, Fusionen oder geopolitischem Risikomanagement sind stark nachgefragt.
- Hidden Candidates: 38 % aller Top-Besetzungen erfolgen derzeit „unter dem Radar“ über vertrauliche Direktansprachen.
- Kultur schlägt CV: Cultural Fit wird zunehmend in Assessment-Center und Interviews stärker gewichtet als reine Stationen.